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Grünlandumbruch im Zusammenhang des Energiepflanzenanbaus

erstellt von Jonas Franke | |   Ergebnisse

Grünlandumbruch stellt eine Umwandlung von Dauergrünland zum Anbau von hoch produktiven Gräsern oder Ackerfrüchten oder zur Umwandlung in sonstige Landnutzungsarten dar. Anhand der nun verfügbaren hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung von Satellitendaten ergeben sich nun auch neue Möglichkeiten der Informationsgewinnung und des Monitorings.

Landnutzungsänderungen aufgrund landwirtschaftlicher Anpassung an die steigende Nachfrage nach regenerativen Rohstoffen zur energetischen Nutzung, bedrohen die Biodiversität in Europa [1]. Insbesondere naturnahem und extensiv bewirtschaftetem Dauergrünland kommt eine wichtige Rolle als Habitat mit hohem Erhaltungswert zu [2,3]. Diese Ökosysteme stehen durch die Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Grünlandumbruch unter großem Druck [4]. Grünlandumbruch stellt einen Umbruch von Dauergrünland zum Anbau von hoch produktiven Gräsern oder Ackerfrüchten oder zur Umwandlung in sonstige Landnutzungsarten dar.

 Für eine verbesserte Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie innerhalb der EU-Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien (2009/28/EG), spielt eine großräumige und flächenhafte Datenerhebung des Grünlandumbruchs eine wichtige Rolle. Es besteht jedoch ein großer Mangel an aktuellen, flächenhaften Daten über den Zustand von Dauergrünland [5]. Hierbei weist insbesondere die Fernerkundung ein großes Potenzial zur Unterstützung dieser Datenerhebung auf [6], und kann dabei helfen wichtige ökologische Aspekte der Energiegewinnung aus Biomasse zu beleuchten.

Neue Informationsprodukte und Monitoringmöglichkeiten ergeben sich aus der erstmalig verfügbaren, hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung von Satellitendaten wie die des Copernicus Programms. Franke et al. [5] konnten damit ein fernerkundliches Verfahren entwickeln, welches eine großflächige und detaillierte Erfassung von Grünlandumbruch sowie der Grünlandnutzungsintensitäten ermöglicht um Trends der Grünlandnutzung im Kontext der Energiewende abzuleiten [5]. Beispielsweise wurde bei der Erstellung des „Potenzialatlas Bioenergie in den Bundesländern“ davon ausgegangen, dass kein Umbruch von Grünland zu Ackerland stattfindet. Dies wurde im COP4EE Projektgebiet als auch in 13 Landkreisen in Bayern durch fernerkundliche Studien widerlegt. Anhand aktueller Copernicus Daten im Vergleich zum Digitalen Landschaftsmodell (DLM50, mit einer Grundaktualität von 2010) konnte festgestellt werden, dass im Eifelkreis Bitburg-Prüm ca. 19% des Grünlands seit 2010 mittlerweile ackerbaulich genutzt wird (vgl. nebenstehende Abbildung). Ähnliche Werte wurden in den untersuchten Landkreisen in Bayern gefunden, wobei manche stadtnahe Gebiete Extremwerte von ca. 48% Grünlandumbruch aufwiesen.

Diese neuen fernerkundlichen Methoden liefern somit einerseits eine neuartige Datenbasis zur Ableitung landwirtschaftlicher Trends und können andererseits Akteuren der Energiewende eine Entscheidungshilfe zur Planung regionaler EE-Strategien zur Verfügung stellen.

Referenzen:

[1] Stoate C., Báldi A., Beja P., Boatman N.D., Herzon I., van Doorn A., de Snoo G.R., Rakosy L., Ramwell C. (2009): Ecological impacts of early 21st century agricultural change in Europe - A review. Journal of Environmental Management, 91(1), 22-46.

[2] Sullivan C.A., Skeffington M.S., Gormally M.J. Finn J.A. (2010): The ecological status of grasslands on lowland farmlands in western Ireland and implications for grassland classification and nature value assessment. Biological Conservation, 143, 1529-1539.

[3] Öster M., Persson K., Eriksson O. (2008): Validation of plant diversity indicators in semi-natural grasslands. Agriculture, Ecosystems & Environment, 125, 65–72.

[4] Henle K., Alard D., Clitherow J., Cobb P., Firbank L., Kull T., et al. (2008): Identifying and managing the conflicts between agriculture and biodiversity conservation in Europe – A review. Agriculture, Ecosystems and Environment, 124, 60–71.

[5] Franke J., Keuck V., Siegert F. (2012): Assessment of grassland use intensity by remote sensing to support conservation schemes (Journal for Nature Conservation, Vol. 20, 125-134)

[6] Vanden Borre J., Paelinckx D., Mücher C.A., Kooistra L., Haest B., De Blust G., Schmidt A.M. (2011): Integrating remote sensing in Natura2000 habitat monitoring: Prospects on the way forward. Journal for Nature Conservation, 19(2), 116-125.

Quelle: eigene Darstellung